Diktion in der Oper

Für viele Sänger ist es eine Herausforderung, zeitgenössische Musik zu lernen und zu singen, selbst wenn diese heutzutage nicht mehr „zeitgenössisch“ sind, z.B. A. Berg und A. Schönberg. Anstatt vom ersten Blick in  die Partitur überwältigt zu sein, solltest du es als einen interessanten Spaziergang in einer Landschaft betrachten und neugierig sein. Alban Bergs „Wozzeck“ zum Beispiel hat klare Muster, denen du folgen musst, um sie für dich nutzen zu können. In „Wozzeck“ muss der Sänger einen ehrlichen Ausdruck für die Musik finden, um sie für dich wirken zu lassen. Jede Diktion und Deklamation muss im Luftstrom artikuliert und in einer guten Stütze geführt werden. Es gibt keine Rolle in der Oper, die nicht aus der eigenen Tiefe kommen kann. Die Anweisungen von Berg sind glasklar und der Sänger muss ihnen folgen.

Mein Rat ist: Lies die ganze Oper. Sprich dann in einer Oper wie „Wozzeck“ zuerst den Text, bis der Text und die richtige Artikulation deine erste Natur sind. Zweitens lerne die Musik und singe den Text auf Belcanto-Art, indem du die Wörter formulierst und artikulierst. Das ist ein wichtiger Schritt. Ich nenne das den „GESUNDEN SINGENDEN PFAD“. Arbeite danach Phrase für Phrase und durch und füge Wörter und Musik zusammen. Das bringt dich dazu, die Emotionen der Musik ausdrücken zu lernen.

Ich möchte hier hervorheben, dass dies aus meiner Erfahrung die gesündeste Art zu lernen und zu üben ist, um das Beste daraus zu machen.

💡Achtung: Gehe in dieser Art von Opern keine emotionalen Risiken ein. Wenn du deine Stimmtechnik oder Musikalität nicht ganz sicher hast, so finde einen Weg, der zu deinem momentanen Stand der Entwicklung oder Karriere passt.

✨AFFIRMATION: Ich nehme mir Zeit und nütze mein Wissen, um schwierige Musik zu erforschen.

Viel Spass

Vera Wenkert

Monologe entwickeln

Letzten Samstag habe ich mit meinen Sängern in einer Schauspielklasse an verschiedenen Opernmonologen gearbeitet. Es ist eine echte Aufgabe für Sänger aller Stufen, die künstlerische Energie in einem grossen Monolog fliessen zu lassen. Während unserer intensiven Arbeit am Marschallin-Monolog von „Der Rosenkavalier“ und dem Marie-Gebet von Wozzeck.

Ich habe mehr als einmal darauf hingewiesen, dass du der mächtige Schöpfer der Szene bist und dir die Erlaubnis gibst, der Charakter zu sein. Dann können wir ihn bearbeiten, entwickeln und polieren. Es ist meine Leidenschaft, dich mit all meiner Bühnenerfahrung und meinem Wissen über Gesangstechnik und Musikalität durch den Prozess zu führen. Ich bin super stolz auf alle Sänger, die den Mut haben, ihre Talente mit intensiver Arbeit und Engagement für das Ausbreiten ihrer Flügel zu entwickeln. Bravo!!!!

Du übernimmst die Verantwortung für die Entwicklung deines Talents. Künstler zu sein bedeutet auch, jeden Tag an unserem Talent, unseren Stärken und Schwächen zu arbeiten.🌟Mehr in meinem Weekly Nugget nächste Woche: „Geh in dein einzigartiges Talent“.

Herzlich

Vera Wenkert